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Ultrafein 

Bereits die alten Römer vermischten ihre Kalkmörtel mit puzzolanischen Gesteinsmehlen vulkanischen Ursprungs und erhielten dadurch besonders widerstandsfähige Baustoffe. Heutzutage verwendet man in der Betonindustrie fast ausschließlich Puzzolane, die als Nebenprodukte industrieller Prozesse anfallen, z. B. Steinkohlenflugasche. Der Einsatzzweck: Verbesserung der Betoneigenschaften und Kostenersparnis.

 

Auch das Puzzolan MIKROSILICA (bzw. Silicastaub) ist ein Nebenprodukt. Es handelt sich hierbei um nahezu reines SiO2 - Pulver, das als Filterstaub bei der Schmelze von Ferrosiliciummetall anfällt. Das Material ist etwa 100-fach feiner als Zement und besitzt eine glasige (amorphe) Struktur. Es führt in zementgebundenen Baustoffen zu einzigartigen Eigenschaften, die ganz neue Hochleistungsbaustoffe ermöglichen. Seit mittlerweile mehr als 30 Jahren ist Mikrosilica in der Betonindustrie im Einsatz. Neben Steinkohlenflugasche besitzt es das breiteste Anwendungsspektrum aller Betonzusatzstoffe und hat sich als sehr wirkungsvoll erwiesen. Kurzum: Mikrosilica ist ein SUPERPUZZOLAN.

 

Aufgrund der mittleren Teilchengröße von etwa 0,3 mm übertrifft Silicastaub in seiner Feinheit selbst hochaufgemahlene Feinstzemente um den Faktor 5 bis 10. Solch ein Material kann praktisch in jeden Hohlraum oder Zwickel des Betongefüges eindringen. Dort reagiert es mit dem Calciumhydroxid, welches bei der Zementhydratation entsteht, zu neuen Calciumsilicathydratphasen (CSH). Das besondere an diesen neuen CSHPhasen ist, dass sie auch an Stellen des Betongefüges entstehen, die für Zement und andere Betonzusätze üblicherweise unerreichbar sind. Die Folge: Steigerung der Festigkeit und Dichtigkeit des Betons.

 

Beton mit Silicastaub findet man heute in den höchsten Bürotürmen der Welt, den größten Brücken, Staudämmen, Straßenbelägen und sogenannten säurewiderstandsfähigen Betonen. In jüngerer Zeit hat sich Mikrosilica auch einen festen Platz in hochwertigen Spezialmörteln, wie z. B. Fliesenklebern, Spritzbetonen, Spachtelmassen und Vergussmörteln erobert. Es ist schon erstaunlich, wie ein ehemals untergeordnetes Nebenprodukt eine Revolution im Betonbau ausgelöst hat und heute in vielen Einsatzfällen unverzichtbar ist.

 

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